Kaufmännische Angestellte, 27, vier dokumentierte Diagnosen
Dieser Fall ist anonymisiert und wird mit Einverständnis der betroffenen Person veröffentlicht. Ein Einzelfall lässt sich nicht auf andere Konstellationen übertragen.
Ausgangslage
Eine 27-jährige kaufmännische Angestellte (reine Bürotätigkeit) wollte eine BU-Rente von 2.000 Euro im Monat absichern. In ihren Unterlagen standen vier Themen: ein gutartiges Fibroadenom der Brust samt einem einzelnen, ausgeheilten Abszess — zuletzt innerhalb der letzten drei Jahre ärztlich kontrolliert —, eine Refluxgastritis mit Speiseröhrenentzündung, eine Hashimoto-Thyreoiditis mit dauerhafter Medikamenteneinnahme und eine Fehlsichtigkeit von zwei bis vier Dioptrien. Ihre Sorge: Vier Diagnosen und ein Dauermedikament — nimmt mich überhaupt noch jemand zu normalen Bedingungen?
Vorgehen
Alle Angaben wurden vollständig aufbereitet — Diagnosen, Behandlungszeiträume, Beschwerdefreiheit, Medikation —, auch die vermeintlich unwichtigen Punkte. Die Risikoprüfung lief über ein dokumentiertes Prüfprotokoll mit allen Gesundheitsangaben, ohne dass der Name der Mandantin im Vorfeld eine Rolle spielte; das Votum des Versicherers ist bei diesem Verfahren für 14 Tage verbindlich.
Ergebnis
Normalannahme — ohne Ausschlussklausel und ohne Risikozuschlag, über die volle beantragte Rente von 2.000 Euro im Monat, beim angefragten Versicherer.
Lehre
Mehrere Diagnosen sind nicht dasselbe wie schlechte Karten. Entscheidend ist, was hinter den Diagnosen steht: gutartige, ausgeheilte oder gut eingestellte Befunde tragen nach meiner Erfahrung bei vollständiger, sauberer Angabe oft eine Normalannahme. Verschweigen wäre hier nicht nur riskant gewesen — es wäre völlig unnötig gewesen.