BU mit Myomen: Muss der gutartige Tumor in den Antrag?
Kurzantwort
Ein Myom ist ein gutartiger Tumor der Gebärmutter und gehört trotzdem in den BU-Antrag, denn die Gesundheitsfragen erfassen es an bis zu drei Stellen. Die Angst davor ist meist unbegründet: In keinem meiner sieben Prüfprotokolle hat ein Myom Zuschlag, Klausel oder Ablehnung ausgelöst. Kursierende Zuschläge von 80 bis 100 Prozent stammen aus einem anonymen Forumsbeitrag, nicht aus belastbaren Quellen. Wie ein Versicherer deinen Einzelfall einstuft, klärt vorab nur eine anonyme Risikovoranfrage.
Kommt dir das bekannt vor?
Der Termin war Routine. Ultraschall, ein kurzes Schweigen, dann der Satz: ein Myom, nichts Böses, wird in einem Jahr kontrolliert. Kein Rezept, keine Krankschreibung. Du fährst nach Hause und bist dieselbe wie am Morgen: gesund.
Monate später sitzt du über einem Antrag für eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Da steht es dann: Tumorerkrankungen, Geschwülste. Plötzlich klingt der harmlose Zufallsbefund nach etwas, das man besser verschweigt oder das den Vertrag unbezahlbar macht.
Beides ist falsch. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist trotz Myomen nach allem, was in meinen Prüfprotokollen steht, möglich, und das Myom gehört in den Antrag. Was die Versicherer wirklich fragen und woher die Horrorzahlen im Netz stammen, der Reihe nach.
Ist ein Myom ein Tumor, den ich angeben muss?
Ja, ein Myom ist ein gutartiger Tumor, und ja, es gehört in den Antrag. Auch wenn beides erst einmal wehtut.
Medizinisch ist ein Myom tatsächlich ein Tumor, das Wort bezeichnet zunächst nur eine Gewebswucherung und sagt nichts über Krebs. Das IQWiG formuliert es auf gesundheitsinformation.de so: „Myome sind gutartige Gewebewucherungen der Gebärmutter.“ Und zur Angst, die bei dem Wort mitschwingt: „Manche Frauen befürchten, dass sich aus Myomen Krebs entwickeln kann. Diese Sorge ist jedoch unbegründet: Die Geschwulste sind nicht bösartig.“
Du bist damit übrigens in großer Gesellschaft. „Fachleute schätzen, dass etwa 40 bis 80 % aller Frauen Myome haben“, schreibt das IQWiG, und direkt danach: „Viele haben sehr kleine Myome, und die meisten merken davon ihr Leben lang nichts.“
Für den Antrag hilft dir die Gutartigkeit trotzdem nur begrenzt. Die Tumor-Frage der Gesundheitsbögen fragt nämlich nicht nach Krebs, sondern viel breiter.
Wer hier nein ankreuzt, weil gutartig für sie nicht nach Tumor klingt, macht ohne jede böse Absicht eine falsche Angabe. Nach § 19 VVG musst du anzeigen, wonach der Versicherer in Textform gefragt hat. Gefragt hat er, siehe oben. Das Ja ist kein Geständnis, sondern eine Angabe.
Wo muss ich ein Myom im BU-Antrag angeben?
Ein Myom gehört an bis zu drei Stellen in den BU-Antrag.
Da ist zunächst die Rubrik der Organe, in die das Myom anatomisch gehört: „der Harn- und Geschlechtsorgane (z.B. Nieren, Blase, Gebärmutter, Eierstöcke, Brust, Prostata)“. Die Gebärmutter steht ausdrücklich drin, auch wenn viele bei dieser Zeile nur an Nierensteine denken.
Dann die Tumor-Frage von eben.
Bleibt die OP-Frage: „Haben in den letzten 10 Jahren a. aus bisher nicht genannten Gründen Krankenhaus-, Rehabilitations-, Kuraufenthalte oder ambulante Operationen stattgefunden? b. oder sind solche ärztlich empfohlen oder beabsichtigt?“ Zehn Jahre. Empfohlene Eingriffe zählen mit, nicht erst durchgeführte.
Welche Stelle ist die richtige? In meinen Protokollen kommen beide Wege vor, mal über die Organ-Rubrik, mal über die Tumor-Frage, und die Nachfragen dahinter waren identisch. Wer sauber angibt, macht an keiner Stelle etwas falsch.
Was prüft der Versicherer bei einem Myom genau?
Nach der Angabe kommen Nachfragen. In meinen Protokollen sind es vier, und zwar dieselben, egal über welche Rubrik die Angabe lief.
Der Prüfer will zwei Dinge wissen. Ist das Myom sicher gutartig? Und ist die Sache abgeschlossen oder läuft sie noch?
Manche Versicherer schicken zusätzlich einen eigenen Fragebogen. Zwei solcher Formulare liegen mir im Original vor.
Was macht der Versicherer nun aus den Antworten? Einen Anhaltspunkt gibt der öffentliche Leitfaden zur Risikoprüfung der Alte Leipziger: „Sofern eine Vorerkrankung deutlich abgrenzbar bzw. ein klar abgrenzbarer Bereich des Körpers betroffen ist, erfolgt ein Leistungsausschluss. […] Bei Erkrankungen, welche nicht klar abgrenzbar sind und / oder deren Auswirkungen vielfältig sein können, wird ein Beitragszuschlag erhoben.“ Ein Myom ist so ziemlich das Musterbeispiel für klar abgrenzbar. Nach dieser Systematik wäre, wenn ein Versicherer überhaupt reagiert, am ehesten eine Klausel zu erwarten, kein hoher Zuschlag. Das ist meine Lesart aus der Beratungspraxis, keine Zusage.
Was steht in echten Prüfprotokollen zu Myomen?
In keinem meiner sieben Prüfprotokolle hat ein angegebenes Myom Zuschlag oder Klausel ausgelöst. Zwei Mandantinnen aus meiner Beratung, 32 und 33 Jahre alt, geprüft zwischen Dezember 2025 und Mai 2026.
Bei zwei Versicherern, vier Protokolle insgesamt, lautet die Ergebniszeile knapp: „Gebärmuttermyom: Normalannahme“. Kein Zuschlag fürs Myom, keine Klausel. In einem Protokoll war das Myom sogar doppelt angegeben, über die Organ-Rubrik und über die OP-Frage. Das Votum: beide Male Normalannahme.
Ein dritter Versicherer machte es gründlicher. Dort löste das Myom die Anforderung eines Zusatzfragebogens aus, in einem späteren Durchlauf auch für ein nicht entferntes Myom, zu dem eine Therapie weder geplant noch angeraten war. Den ausgefüllten Bogen haben wir eingereicht und prüfen lassen. Eine Klausel gab es am Ende trotzdem, nur galt sie einer ganz anderen Diagnose. Das Myom blieb ohne.
Vorsicht trotzdem mit der Verallgemeinerung. Diese sieben Protokolle sind eine nicht repräsentative Praxisstichprobe nach Beratung und Versichererauswahl, keine Annahmequote und kein Versicherervergleich. Sie zeigen aber, wie die Prüfung tatsächlich abläuft, und ein Drama war es an keiner Stelle.
Muss ich ein Myom angeben, das nur beobachtet wird?
Gerade das beobachtete Myom gehört in den Antrag.
Der Gedanke dahinter taucht seit Jahren fast wortgleich auf. In einer anonymen Forumsfrage von etwa 2014, der einzigen öffentlichen Erfahrungsspur zu diesem Thema, schreibt eine Betroffene: „Ich bin kerngesund habe jedoch Myome in der Gebärmutter.“ Kerngesund, nur eben mit Befund. So fühlt es sich an, wenn nichts wehtut und die Ärztin nur einmal im Jahr schallt.
Die Gesundheitsfragen sehen das anders. Ihr Fragestamm knüpft an „Beratungen, Behandlungen oder Untersuchungen (auch Kontrolluntersuchungen)“ an, nicht daran, ob du dich krank fühlst. Die jährliche Kontrolle ist so eine Untersuchung, mit dokumentiertem Ergebnis. Die Zusatzfragebögen machen es noch deutlicher. Einer fragt: „Sind aufgrund der Erkrankung regelmäßige Kontrolluntersuchungen erforderlich oder erforderlich gewesen?“ Das andere Formular will wissen: „Sind Sie noch in Behandlung oder unter Beobachtung von Ärzten […]?“ Ein Myom unter Beobachtung ist exakt das, wonach der Versicherer fragt.
Wer es wegließe, hätte objektiv falsch geantwortet. Und die Sache verjährt langsamer, als viele denken: Die Rechte des Versicherers aus einer verletzten Anzeigepflicht erlöschen nach § 21 VVG frühestens nach fünf Jahren, bei Vorsatz oder Arglist erst nach zehn. Ein verschwiegenes Myom, das längst in der Akte deiner Frauenärztin steht, ist dieses Risiko schlicht nicht wert.
Muss ich eine Myom-OP oder Gebärmutterentfernung angeben?
Eine Myom-OP gehört ebenso in den Antrag wie eine Gebärmutterentfernung. Die OP-Frage reicht zehn Jahre zurück und erfasst auch empfohlene oder beabsichtigte Eingriffe. Eine Myomentfernung von 2019 gehört 2026 also noch in den Antrag. Und ebenso der Eingriff, zu dem deine Ärztin geraten hat, den du noch vor dir herschiebst.
Das klingt nach Nachteil, ist aber oft das Gegenteil. Die zweite Myom-Nachfrage lautet: „Wurde/n das Myom/die Myome vollständig entfernt?“ Ein Ja an dieser Stelle ist die beste Antwort, die du geben kannst, denn danach enden die Nachfragen. In den vier Protokollen mit der Zeile Normalannahme war das Myom entfernt.
Belegen kannst du das Ja mit dem OP-Bericht und dem histologischen Befund. Der Histologie-Befund ist das Papier, das die Gutartigkeit schwarz auf weiß bestätigt; nicht umsonst fordert ihn das gynäkologische Zusatzformular gleich dreimal an. Wer beides ungefragt mitschickt, spart der Prüfung den Umweg über die Rückfrage.
Wie häufig solche Eingriffe sind, zeigt die Krankenhausstatistik.
Eine Myom-OP ist Klinikalltag, kein Exot in der Risikoprüfung, und sie trifft Frauen mitten im Berufsleben.
Stimmt es, dass Myome 80 bis 100 Prozent Zuschlag kosten?
Nein, dafür gibt es keine belastbare Quelle. Wer nach Myomen und BU sucht, stößt dennoch auf zwei Zahlenspannen, und beide lohnen einen Blick auf die Herkunft.
Die 80 bis 100 Prozent stammen aus genau einer Fundstelle: derselben anonymen Forumsfrage von etwa 2014, aus der oben schon die kerngesunde Betroffene zitiert ist. Dort heißt es: „Nun möchten einige Versicherer mich nicht mehr versichern, andere mit einem Risikozuschlag zwischen 80-100 %.“ Eine einzelne Erfahrung, zwölf Jahre alt, ohne Unterlagen. Eine zweite Quelle für diese Spanne habe ich trotz gezielter Suche nicht gefunden. Im selben Thread findet sich, ebenfalls ohne Beleg: „Mehr als 30% bekommen übrigens gar keine Berufsunfähigkeitsversicherung!“
Die zweite Spanne, 30 bis 100 Prozent, steht in einer Ratgeber-Sammelliste ohne Autor und ohne Datum, deren Text nachweislich seit März 2014 im Netz kursiert. Myome stehen dort in einer Siebener-Gruppe mit unter anderem Schilddrüsenunterfunktion, Hämorrhoiden und Krampfadern. Als Beleg dient allein der Verweis auf einen Katalog mit 334 Krankheiten, der öffentlich nirgends auffindbar ist.
Belastbar ist etwas anderes.
Ein pauschaler Zuschlag von 80 bis 100 Prozent für einen gutartigen, klar abgrenzbaren Befund passt zudem strukturell nicht zur zitierten Systematik der Alte Leipziger: abgrenzbar heißt, wenn überhaupt, Klausel. Am Rande: Eine fertige aktuelle deutsche Leitlinie speziell zu Myomen gibt es derzeit nicht, und in der TK-Liste der 100 wichtigsten Krankschreibungs-Diagnosen tauchen Myome gar nicht erst auf.
Damit löst sich der Forumsfall auf. Was der Frau damals widerfahren ist, kann ich zwölf Jahre später nicht prüfen. In meinen sieben Protokollen aus 2025 und 2026 steht etwas anderes: viermal wörtlich Normalannahme, dreimal eine Fragebogen-Anforderung, fürs Myom nie ein Zuschlag. Kleine Stichprobe, schon klar. Nur zeigt sie eben in dieselbe Richtung.
Welche Folgen von Myomen muss ich mit angeben?
Der zweite Blick der Risikoprüfung gilt dem Drumherum. Myome selbst sind gutartig, ihre Folgen können trotzdem in denselben Fragebögen landen.
Das IQWiG beschreibt den wichtigsten Zusammenhang so: „Vor allem Myome, die direkt unter der Gebärmutterschleimhaut sitzen, führen zu starken Regelblutungen. Ist die Menstruation dauerhaft zu stark, kann eine Blutarmut (Anämie) entstehen.“
Da schließt sich der Kreis zum Antrag. Die Tumor-Frage nennt als allererstes Beispiel „Anämie (Blutarmut)“. Die vierte Myom-Nachfrage fragt wörtlich nach einer „Eisenmangelanämie”. Eine behandelte Blutarmut ist also keine Randnotiz, sondern eine eigene Angabe. Dasselbe gilt für eine Hormonbehandlung: Sie gehört in die Medikamentenfrage, die nach regelmäßig oder länger als vier Wochen eingenommenen und auch nach bloß verordneten Mitteln fragt. Verschreibungspflichtige Präparate sind ohnehin dokumentiert.
Gehen deine Beschwerden über das Myom hinaus, etwa bei zusätzlicher Endometriose, gelten noch einmal andere Spielregeln. Dafür gibt es einen eigenen Artikel: BU mit Endometriose.
Was du jetzt tun solltest
Zuerst die Unterlagen, alles Weitere klären wir gemeinsam.
Die teuersten Fehler kenne ich aus Zweitmeinungen zu Anträgen, die andere Berater begleitet haben. Bei der Tumor-Frage nein anzukreuzen, weil ein gutartiges Myom doch kein Tumor sein könne, ist der Klassiker. Danach kommt das Weglassen der Kontrolltermine. Am teuersten ist der Antrag auf gut Glück, denn eine Ablehnung musst du bei späteren Anträgen meist angeben, sie verfolgt dich.
Deshalb, bevor irgendwo ein Antrag liegt: eine anonyme Risikovoranfrage. Diesen Weg gibt es nur über einen Makler. Dein Fall geht mit allen Befunden an mehrere Versicherer, ohne deinen Namen. Zurück kommen konkrete Voten, ohne dass eine Ablehnung aktenkundig wird. Erst wenn klar ist, wo dein Myom wie eingestuft wird, stellst du den Antrag. Und zwar genau dort.
Dass das funktioniert, zeigt meine Mandantin, eine IT-Beraterin von 33 Jahren: vier Prüfprotokolle, Angaben in sechs Gesundheitsbereichen, das Myom in jedem einzelnen mit dem Votum Normalannahme. Die einzige Klausel in ihren Voten betraf die Haut. Das Myom hat sie keinen Cent Zuschlag gekostet. Ein Versprechen ist das nicht, wohl aber ein Beleg.
Häufige Fragen
Bekomme ich trotz Myomen eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Nach allem, was mir vorliegt: ja, oft sogar zu normalen Bedingungen. Mir liegen sieben Prüfprotokolle von zwei Frauen mit Myomen vor. Viermal lautet die Ergebniszeile wörtlich "Gebärmuttermyom: Normalannahme", dreimal forderte ein Versicherer einen Zusatzfragebogen an, und auch danach bekam das Myom keine Klausel. Das ist eine nicht repräsentative Praxisstichprobe, keine Annahmequote. Über alle BU-Anträge hinweg meldet der GDV für 2023, dass nur in drei Prozent der Fälle ein Zuschlag auf die Prämie erhoben wird. Wie ein Versicherer dein Myom einstuft, hängt an Beschwerden, Operationen und Begleitdiagnosen und lässt sich anonym vorab klären, ohne dass eine Ablehnung aktenkundig wird.
Muss ich ein Myom im BU-Antrag angeben, wenn es keine Beschwerden macht?
Ja. Die Gesundheitsfragen knüpfen an Beratungen, Behandlungen und Untersuchungen an, Kontrolluntersuchungen ausdrücklich eingeschlossen, und dein Myom ist bei einer Untersuchung festgestellt worden. Nach § 19 VVG musst du die Umstände anzeigen, nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat. Die Rubrik der Harn- und Geschlechtsorgane nennt die Gebärmutter ausdrücklich als Beispiel, die Tumor-Frage erfasst Geschwülste gleich mit. Dass du dich kerngesund fühlst, ändert daran nichts, das Myom steht ja in deiner Patientenakte. Beruhigend ist eher der Blick in meine Prüfprotokolle: Dort führte ein angegebenes Myom wiederholt zur Normalannahme.
Zählt ein Myom bei den Gesundheitsfragen als Tumor?
Medizinisch schon, aber als gutartiger. Das IQWiG schreibt: "Manche Frauen befürchten, dass sich aus Myomen Krebs entwickeln kann. Diese Sorge ist jedoch unbegründet: Die Geschwulste sind nicht bösartig." Für den Antrag zählt trotzdem der Fragewortlaut. Die Tumor-Frage der Gesundheitsbögen nennt neben Krebsarten auch geschlechtsspezifische Tumoren der Gebärmutter, Zysten, Polypen und Geschwülste, und ein Myom fällt darunter. Ein Versicherer beschreibt es im eigenen Zusatzfragebogen sogar als "gesichert gutartiger Tumor der Gebärmutter". Kreuze die Frage also mit Ja an, schreibe die Diagnose dazu und nimm der Angabe den Schrecken, indem du den Befund gleich beilegst.
Muss ich eine Myom-OP angeben, die mehr als fünf Jahre her ist?
Sehr wahrscheinlich, und zwar wegen der OP-Frage. In den Fragebögen, mit denen ich arbeite, lautet sie: "Haben in den letzten 10 Jahren a. aus bisher nicht genannten Gründen Krankenhaus-, Rehabilitations-, Kuraufenthalte oder ambulante Operationen stattgefunden?" Zehn Jahre, nicht fünf. Eine Myom-Operation von vor sechs oder acht Jahren gehört damit in den Antrag, auch eine ambulante. Angegeben werden muss außerdem, wenn eine Operation ärztlich empfohlen oder beabsichtigt ist. Schlecht ist das nicht unbedingt: Ein vollständig entferntes Myom ist für die Prüfung ein weitgehend abgeschlossener Sachverhalt, und in meinen Protokollen stand bei entferntem Myom jeweils die Normalannahme.
Was prüft der Versicherer bei einem Myom genau?
In meinen Prüfprotokollen folgen auf die Angabe eines Myoms immer dieselben Nachfragen, bis zu vier, egal über welche Rubrik die Angabe lief. Gefragt wird, ob es Hinweise auf eine bösartige Erkrankung gibt oder gab und ob das Myom vollständig entfernt wurde. Falls nicht, kommen zwei weitere Fragen: ob eine Therapie geplant ist oder ärztlich geraten wurde und ob ein großer Tumor, Tumorwachstum, Beschwerden oder eine Eisenmangelanämie bestehen, so sinngemäß der Fragebogen. Manche Versicherer fordern zusätzlich einen eigenen Fragebogen an, mit Fragen zu Monatsblutung, Sonographie-Ergebnis, Operationen, Kontrolluntersuchungen und Fehlzeiten. Wer die Antworten mit Befunden belegen kann, macht aus der Prüfung einen kurzen Vorgang.
Stimmt es, dass Myome 80 bis 100 Prozent Risikozuschlag kosten?
Für diese Zahl gibt es keine belastbare Quelle. Die Spanne von 80 bis 100 Prozent lässt sich auf genau eine Fundstelle zurückführen, eine anonyme Forumsfrage von etwa 2014, in der eine Betroffene von solchen Angeboten berichtet. Eine zweite kursierende Spanne von 30 bis 100 Prozent stammt aus einer undatierten Sammelliste ohne Autor, die Myome mit Hämorrhoiden und Krampfadern in eine Gruppe wirft. Der GDV meldet für 2023 über alle BU-Anträge hinweg, dass nur in drei Prozent der Fälle ein Zuschlag erhoben wird. Und in meinen sieben Myom-Protokollen wurde fürs Myom kein einziger Zuschlag fällig. Was für dein Myom gilt, zeigt nur die anonyme Voranfrage.
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